Pressearchiv 2016

April 2016

Ausstellungseröffnung BehindArt Kids

Rüsselsheimer Echo

Musiker mit Handicap spielen in der Schweiz: Ein Jahr Proben für den Elvis-Song

 

 

Am kommenden Wochenende tritt das Orchester „Die BASISten“ in der Schweiz auf. Die knapp ein Dutzend jungen Musiker haben alle eine Behinderung. Seit Wochen bereiten sie sich auf die Konzerte vor. Dabei spielt die Gruppe nicht nach Noten, sondern nach einem ganz eigenen System.

 

Vorbereitung auf die Konzerttournee: Bald geht es für die „BASISten“ zu Auftritten in die Schweiz. Orchesterleiter Michael Ullrich sowie die Betreuer Jutta Kirschner und Heiko Michel (hinten von rechts) freuen sich mit den Musikern. Bild: Ralph Keim

 

 

Im Probenraum des in Ginsheim ansässigen familienentlastenden Dienstes „Basis e. V.“ herrscht aufgeregte Stimmung. Bei der letzten Probe vor der großen Reise sind die knapp ein Dutzend Musiker im Alter zwischen 13 und 23 Jahren schon ein wenig aufgeregt. Am Donnerstag geht es endlich los: Dann reisen die Jugendlichen und jungen Erwachsenen des Orchesters „Die BASISten“ zusammen mit Dirigent Michael Ullrich und ihren Betreuern ins 470 Kilometer entfernte malerische Meiringen in der Schweiz.

 

 

Mit dem Alphorn und einem Jodelchor

 

Dort absolvieren sie zwei Auftritte, unter anderem in der Barockkirche des Ortes. Dieses Konzert ist schon deshalb außergewöhnlich, da alle „BASISten“ eine Behinderung haben. Auftreten werden sie mit dem Alphornisten Adolf Zobrist und dem ortsansässigen Jodelchor. Die Besucher können sich also auf ein außergewöhnliches Konzert freuen.

 

Die „BASISten“ spielen unter anderem das durch Elvis Presley bekannte Lied „Love me Tender“, außerdem „Sound of Silence“ von „Simon & Garfunkel“, einige Gospels und den Vico Torriani-Schlager „In der Schweiz“. Höhepunkt dieses öffentlichen Konzerts wird die gemeinsame Interpretation des Lieds „Weitab von allen Sorgen“ sein.

 

Vorbereitet auf das Konzert haben sie sich sehr intensiv. „Allein ein Jahr hat es gedauert, den Elvis-Song einzustudieren“, berichtet Orchesterleiter Ullrich. „Die Vorbereitungen auf die Schweiz-Konzerte haben den Musikern einen erheblichen Qualitätsschub verliehen.“ Wer den aus der ganzen Region stammenden Musikern des familienentlastenden Dienstes beim Spielen über die Schulter schaut, wird wahrscheinlich stutzen. Denn es sind keine normalen Noten, die auf dem Blatt zu sehen sind, sondern farbige Symbole. Dieses besondere System wurde von Michael Ullrichs Vater Heinrich speziell für Musiker mit Behinderung konzipiert.

 

 

Schlag- und Zupfinstrumente

 

Das Orchester „Die BASISten“ wurde 2008 gegründet. Die Musiker spielen auf Schlag- und Zupfinstrumenten. Wichtig ist es Orchesterleiter Ullrich, dass die Musiker trotz ihrer Behinderung körperlicher oder geistiger Art ihre Instrumente alleine spielen, lediglich mit Unterstützung derjenigen, die die Notenseiten umblättern. Michael Ullrich erwartet von seinen Musikern auch ein hohes Maß an Engagement.

 

Im Laufe der vergangenen Jahre haben die „BASISten“ schon zahlreiche Auftritte absolviert, beispielsweise beim Weihnachtsmarkt in Rüsselsheim, und sogar im hessischen Landtag haben sie gespielt. Doch die Auftritte in der Schweiz bedeuten die ersten großen Konzerte. Ihr zweites Konzert gibt die Musikgruppe im „Haus Sonnenschein“, einer ebenfalls in Meiringen ansässigen Einrichtungen für Menschen mit Behinderung.

„Langfristig ist eine Kooperation dieses Hauses mit dem in Ginsheim ansässigen familienentlastenden Dienst geplant“, erläutert Ullrich. Er ist froh, dass der Lions-Club Rüsselsheim und die Frauen-Organisation „Inner Wheel“ die Aktivitäten der „BASISten“ unterstützen. Auch ein Gegenbesuch von Bewohnern von „Haus Sonnenschein“ in Ginsheim ist angedacht.

Mai 2016

AZ Mainspitze, 10. Mai 2016
AZ Mainspitze, 10. Mai 2016

 Rüsselsheimer Echo

Die BASISten auf großer Fahrt, - in voller Fahrt!

November 2016

AZ Mainspitze, 24.11.2016

Inklusion: Verein „Basis Mainspitze“ beim Deutschen Bürgerpreis von der Jury prämiert 

GINSHEIM-GUSTAVSBURG (red).

 

Bei der lokalen Preisverleihung des Deutschen Bürgerpreises in Groß-Gerau wurde mit „Basis Mainspitze“ unter anderen auch ein Verein aus Ginsheim-Gustavsburg ausgezeichnet. 

In der Wettbewerbskategorie „Alltagshelden“ bescheinigte die Jury dem Verein ein herausragendes ehrenamtliches Engagement und wählte ihn nicht zuletzt deshalb mit noch weiteren 17 Einrichtungen und Einzelpersonen für die Prämierung aus. 

Bürgermeister Thies Puttnins-von Trotha, der auch zu der Preisverleihung nach Groß-Gerau gekommen war, hob in seiner Laudatio unter anderem die Bedeutung von „Basis“ für die Inklusion in der Stadt Ginsheim-Gustavsburg hervor. „Die Inklusion wird in dem Verein in ganz besonderer Weise gelebt“, stellte Puttnins-von Trotha fest.

Seien es die Outdoor-Aktivitäten, künst-lerische Betätigungen oder Ferienprogramme – stets stehe im Vordergrund, dass Kinder mit und ohne Behinderung zusammenkommen und gemeinsam etwas erleben. Ein großes Lob sprach der Bürgermeister den ehrenamtlichen Vorstandsmitgliedern aus, die ein großes Netz von hauptamtlich Tätigen aufgebaut haben und der Behindertenarbeit immer wieder neue Impulse verleihen. „Das Angebot des familienentlastenden Dienstes ,Basis‘ ist einzigartig“, sagte Puttnins-von Trotha. Die Auszeichnung mit dem Deutschen Bürgerpreis auf lokaler Ebene habe der Verein schon lange verdient, ergänzte er.Der Jury dankte der Bürgermeister unterdessen für die Anerkennung dieser Leistungen.